Stolpersteine für Herford

Neuer Stolperstein am Elisabeth-von-der-Pfalz-Berufskolleg
27.10.2020

 

Neuer Stolperstein am Elisabeth-von-der-Pfalz-Berufskolleg
Schülerinnen haben Spenden gesammelt

Nach dem Schulgottesdienst des Elisabeth-von-der-Pfalz-Berufskolleg hat Steinmetzmeister Heinz-Werner Horn für das Kuratorium Erinnern Forschen Gedenken um 13 Uhr einen Stolperstein vor der Kirchgasse 4 verlegt. Dort, direkt hinter der Jakobi-Kirche und dem heutigen Berufskolleg wohnte der Kaufmann Robert Grünewald, bis er am 9. Dezember 1941 gemeinsam mit seiner Frau Rosie nach Riga deportiert wurde. Ihr gemeinsames Kind Rachel war im selben Jahr einen Tag nach der Geburt gestorben.

Paten des Stolpersteins für Robert Grünewald sind die Schülerinnen und Schüler des evangelischen Berufskollegs. Sie haben ihren Gottesdienst genutzt, um die Spende für die Künstlerinitiative von Gunter Demnig als Kollekte zu sammeln. Bereits während der Vorbereitung ihrer Studienfahrt nach Auschwitz und Krakau hatten sie die bisherigen Stolpersteine in der Kirchgasse gereinigt und poliert, denn die Gedenktafeln mit der Messingoberfläche oxidieren mit der Zeit und verfärben sich dunkel. Die Reisegruppe hatte sich unter der Leitung von Schulpastorin Dr. Annelore Siller und Politiklehrerin Regine Stelte mit einer Stadtführung durch Stadtarchivar Christoph Laue ausführlich über das jüdische Leben in Herford früher und heute informiert.

Der Künstler Gunter Demnig hatte den ersten Stolperstein 1996 in Berlin verlegt. Seit 2015 organisiert die gemeinnützige „STIFTUNG – SPUREN – Gunter Demnig“ die Fortsetzung des Projektes. In Herford liegen nun insgesamt 124 Stolpersteine, davon 108 für Menschen jüdischer Abstammung. In 1265 Kommunen in Deutschland und 21 Ländern Europas findet man weitere Gedenksteine mit dem Motto: „Ein Stein, ein Name, ein Mensch!“ Demnig hat zahlreiche Auszeichnungen für seine Idee erhalten.

Die Schülerinnen vom Elisabeth-von-der-Pfalz-Berufskolleg hatten das Verlegen Ihres Stolpersteins selbst organisiert. Mit dabei: Courage-Lehrkräfte Catrin Mawick und Regine Stelte (ganz links), Stadtarchivar Christoph Laue, der neue Superintendent des Kirchenkreises und Pate seiner „Schule mit Courage“ Dr. Olaf Reinmuth, Gisela Küster Vorsitzende des Kuratoriums Erinnern Forschen Gedenken und Rainer Scheele von der Gemeinde Herford Mitte.

Zur Verlegung des Stolpersteins besuchte der neue Superintendent des evangelischen Kirchenkreises Dr. Olaf Reinmuth sein Berufskolleg. Von seinem Vorgänger hat er die Patenschaft für das Siegel „Schule gegen Rassismus – Schule mit Courage“ am Elisabeth-von-der-Pfalz-Berufskolleg übernommen. Der Musiker Harald Kießlich begleitete die Veranstaltung mit instrumentalen Stücken und einem jiddischen Lied, das die Schülerinnen aus der Oberstufe zum Fachabitur Gesundheit und Soziales vortrugen. Ihre Klasse hatte für den Schulgottesdienst vor den Herbstferien den Titel „Woher kommt der Hass?“ gewählt. Die Schülersprecherinnen Verena Schäffer und Emilia Held moderieren die etwa halbstündige Veranstaltung.

Schulpastorin Dr. Annelore Siller freut sich über die Fortsetzung der Zusammenarbeit mit dem Kuratorium Erinnern Forschen und Gedenken und dem Stadtarchivar Christoph Laue: „Wir planen vor den Osterferien eine Projektwoche zum Thema ‚1700 Jahre jüdisches Leben in Herford‘.“

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Stolperstein-Putzaktion am 8. September 2020
15.09.2020

Im Rahmen der Interkulturellen Wochen im Kreis Herford vom 3. September 2020 bis 20. November 2020 unter der Schirmherrschaft von Landrat Jürgen Müller fand am 8. September 2020 erstmals ein Spaziergang zum „Stolpersteine reinigen“ statt. Zu um 18:00 Uhr hatten NRWeltoffen, Kuratorium Erinnern Forschen Gedenken e.V., Musikschule Herford, Verein für Interkulturelle Begegnungen e.V., Integrationsrat der Hansestadt Herford, Jüdische Gemeinde Herford-Detmold e.V. und Erdal Ekinci Interessierte zur Jakobikirche, Radewiger Str.12, 32052 Herford eingeladen.

Nach Begrüßung durch Erdal Ekinci und Sabine Hoffmann und Gruß- und Gedenkworten von Bürgermeister Tim Kähler führte Stadtarchivar Christoph Laue vom Kuratorium Erinnern Forschen Gedenken e.V. die Anwesenden mit Berichten zu den ermordeten und durch Stolpersteine gewürdigten Menschen von der Kirchgasse über Bäckerstraße, Alter Markt, Gehrenberg zum Neuen Markt - wo Landrat Jürgen Müller und Matitjahu Kellig von der Jüdischen Gemeinde Herford-Detmold Gruß- und Gedenkworte an die Teilnehmer*innen richteten -, bis zur Synagoge in der Komturstraße. Zahlreiche Teilnehmer*innen polierten die Stolpersteine. Die Aktion soll im kommenden Jahr wiederholt werden.

Die Presse begleitete die Aktion.

Ein Kurzbericht findet sich auch unter https://www.gegenrechts.info/projekt.html#projektmeldungen

Peter Pahmeyer, Mitglied des Kuratoriums, setzte am folgenden Tag die Aktion persönlich weiter fort.

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Fotos: Ute Pahmeyer / Peter Pahmeyer

Stolpersteine für Herford – Dokumentation
04.07.2011

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