AKTUELLES

Aktuelle Veranstaltungen und Aktivitäten des Kuratoriums finden Sie hier.

Herford in „Mehr als man kennt - näher als man denkt. Objektgeschichten...“
18.09.2020

Agnes Apasanenko 1942

Agnes Apasanenko 1994


Herford in „Mehr als man kennt - näher als man denkt. Objektgeschichten aus Gedenkstätten in NRW“

Seit dem 16. September 2020 ist im Internet über dem Link https://www.politische-bildung.nrw.de/wir-partner/erinnerungskultur/objekte-erinnerungskultur/ die digitale Ausstellung zur Wanderausstellung "Mehr als man kennt - näher als man denkt. Objektgeschichten aus Gedenkstätten in NRW" zu sehen. Nordrhein-Westfalen verfügt über eine vielfältige und mit großem Engagement getragene Gedenkstättenlandschaft. Gemeinsam mit dem Arbeitskreis der NS-Gedenkstätten und –Erinnerungsorte in Nordrhein-Westfalen hat die Landeszentrale für politische Bildung die Ausstellung entwickelt, um diese Vielfältigkeit abzubilden. Mit den hier gezeigten Objekten geben die NS-Gedenkstätten in Nordrhein-Westfalen einen sehr konkreten Einblick in ihre Arbeit – erstmals auch digital! In den Dauerausstellungen der Gedenkstätten sollen diese und andere Objekte zu Fragen anregen und zur Diskussion auffordern. In den Gedenkstätten sind dazu auch Broschüren erhältlich.

Herford ist mit einer der Türen in der Gedenkstätte Zellentrakt vertreten, der gesprochene Text lautet: „Beim richtigen Lichteinfall lässt sich die kyrillische Schrift noch heute gut entziffern: ,… saß in dieser Kammer 15 Tage lang … in dieser Kammer 2 mal.‘ Die Zwangsarbeiterin Agnesa Apanasenko ritzte diese Worte am 19.03.1945 in die Holztür ihrer Zelle. Rund 50 Jahre später besuchte sie das ehemalige Polizeigefängnis im Herforder Rathaus erneut – heute ist dies die Gedenkstätte Zellentrakt. Hier dokumentieren viele Einritzungen den unbedingten Lebenswillen der Inhaftierten.“

Ausführlicher beschreibt folgender Text das Objekt:

„Es geht alles vorüber“ – eingeritzt in eine Zellentür

In eine der Holztüren des früheren Polizeigefängnisses im Keller des Herforder Rathauses hat jemand voller Hoffnung den Satz geritzt: „Es geht alles vorüber.“ Ursprünglich hatte das 1917 in Betrieb genommene Polizeigefängnis aus zehn Zellen von je neun bis zwölf Quadratmetern bestanden. Nach 1933 konnte auch die Gestapo, die Politische Polizei der Nationalsozialisten, Menschen wie Gegner des neuen Regimes: Sozialdemokraten, Kommunisten, Gewerkschafter einweisen. Nach dem Beginn des Krieges 1939 und vor allem nach dem Einmarsch der Wehrmacht in die Sowjetunion 1941, verhaftete die Gestapo auch ausländische Zwangsarbeiter. Sie galten der deutschen Führung als „Untermenschen“ und besaßen keine Rechte. Schon wegen geringfügiger Verstöße konnten sie in Haft genommen werden.

So zum Beispiel auch Agnesa Apasanenko, geboren 1925 in Mariupol (Shdanow), einer ukrainischen Stadt im Donezk. Anfang 1942 verschleppten die Deutschen die Siebzehnjährige aus ihrer Heimat nach Herford zum Arbeitseinsatz. Auch sie hinterließ – in der Tür ihrer Zelle– in kyrillischer Schrift ein sprechendes Dokument ihrer Haft: „Agnesa Apasanenko aus Mariupolja saß in dieser Kammer 15 Tage lang. Kam an im Jahr 19.3.1945. Seit meinem Aufenthalt in Deutschland saß ich in dieser Kammer 2-mal.“

Im Oktober 1942 verließ Agnesa Apasanenko ohne Erlaubnis ihre Arbeitsstelle bei der Firma Rottmann in Herford, um ihren Bruder in Bad Meinberg zu besuchen. Das wurde ihr zum Verhängnis. Nach der Haft kehrte sie zu ihrem Arbeitgeber zurück und wurde im April/Mai 1945 in die Sowjetunion zurücktransportiert. Sie hat überlebt: 1994 besuchte sie gemeinsam mit weiteren 21 früheren Zwangsarbeiterinnen aus Mariupol auf Einladung der Stadt Herford den Ort ihrer Polizeihaft, aber damals waren ihre Spuren im Zellentrakt noch nicht entdeckt.

Die Zellentüren als ergänzende historische Dokumente

Obwohl wegen systematischer Vernichtung viele Quellen fehlen, ist es der Herforder Gedenkstätte in akribischer Forschungsarbeit anhand erhaltener Akten und im Gespräch mit Zeitzeugen gelungen, einige Fakten zu recherchieren:

Es gelang, die Identität der meisten Opfer zu klären, die hier gefangen und der Willkür der Gestapo und Kriminalpolizei ausgeliefert waren: politische Gegner des Regimes, Juden, die „Ernsten Bibelforscher“ (heute: Zeugen Jehovas), homosexuelle Männer, sogenannte „Asoziale“. Die Haft konnte bis zu sechs Monaten dauern, aber in der Regel handelte es sich nur um wenige Tage. Die spärlich ausgestatteten Zellen waren meistens mit zwei bis vier, zuweilen aber auch mit sechs Personen belegt. Für sie alle waren die Zellen ein Ort der Ungewissheit und Angst, des Hungers, der Folter und Schmerzen, für manche eine Station auf dem Weg in ein Konzentrationslager. Oder sogar zum Todesurteil vor Gericht. Ob sich die Hoffnung, dass „alles vorübergeht“, bewahrheitete, ist nicht bekannt.

Heute sind die Einritzungen in den Türen des Herforder Zellentrakts erschütternde physische Spuren des Leidens. Sie dokumentieren aber auch den unbedingten Willen zum Leben und die Hoffnung der Opfer und sind damit ein bedeutendes Vermächtnis an die Nachgeborenen.

Screenshot Digitale Ausstellung Gedenkstätten NRW 1 (PDF)
Screenshot Digitale Ausstellung Gedenkstätten NRW 2 (PDF)

Presseberichte

Wanderausstellung des UNITED STATES HOLOCAUST MEMORIAL MUSEUM
18.09.2020

Wir laden herzlich ein zur Eröffnung der WANDERAUSSTELLUNG des UNITED STATES HOLOCAUST MEMORIAL MUSEUM

EINIGE WAREN NACHBARN:
TÄTERSCHAFT, MITLÄUFERTUM UND WIDERSTAND

2. Oktober bis 22. November 2020 in der Gedenkstätte Zellentrakt, Herford

Die Ausstellung „Einige waren Nachbarn: Täterschaft, Mitläufertum und Widerstand“ befasst sich mit einer der brennendsten Fragen zum Holocaust: Wie war der Mord an den europäischen Juden möglich? Die zentrale Rolle von Adolf Hitler und anderer nationalsozialistischer Führer ist unbestreitbar, aber sie waren von unzähligen anderen abhängig. Welche Rolle spielten die gewöhnlichen Menschen? Warum haben so Viele die Verbrechen der Nationalsozialisten unterstützt oder geschwiegen? Warum haben so Wenige den Opfern geholfen? Die Erkenntnis, dass der Holocaust möglich wurde, weil Menschen in Deutschland und ganz Europa verschiedene Gründe hatten, dem Völkermord zuzustimmen oder daran mitzuwirken, ist entscheidend, um Lehren aus dem Holocaust zu ziehen.

Eröffnung am 2. Oktober 2020 um 19 Uhr in der Gedenkstätte Zellentrakt, Rathausplatz 1, 32052 Herford

Wir bitten wegen beschränkter Teilnehmer*innenzahl um Anmeldung unter: 05221 189257 oder info@zellentrakt.de
und um Einhaltung der vorgeschriebenen Hygienebedingungen.

Grußwort: Tim Kähler, Bürgermeister der Stadt Herford
Einführung: Gisela Küster, Vorsitzende des Kuratoriums Erinnern Forschen Gedenken e.V.
Öffnungszeiten: Samstags und sonntags 14 - 16 Uhr und nach Vereinbarung für Gruppen/Schulklassen

Flyer (PDF)

Musikalische Lesung "Es fuhr ein Zug nach Sobibor ..."
14.09.2020

Jules Schelvis (* 7. Januar 1921 in Amsterdam; † 3. April 2016 in Amstelveen)


Wir laden herzlich ein zur musikalischen Lesung und zum Gedenken

"Es fuhr ein Zug nach Sobibor - Niemand von uns wusste, was uns erwartete"

Das persönliche Zeugnis von Jules Schelvis (* 7. Januar 1921 in Amsterdam; † 3. April 2016 in Amstelveen) einem der wenigen Überlebenden Sobibors, steht stellvertretend für die Opfer der Deportation.

am Freitag, 25. September 2020 um 19 Uhr
in der Gedenkstätte Zellentrakt

Wir bitten wegen beschränkter Teilnehmer*innenzahl um Anmeldung unter: 05221 189257 oder info@zellentrakt.de und um Einhaltung der vorgeschriebenen Hygienebedingungen.

mit Yuri Birte Anderson (Harfe), Thomas Behrend, Michael Grunert, Agnetha Jaunich; Raphaela Kula und Lukas Pergrande (Piano)

Auch die Herforderin Frida Hecht, die sich erst in die Niederlande in Sicherheit brachte und dann während der deutschen Besatzung doch über Westerbork nach Sobibor deportiert und dort ermordet wurde, hat eine ähnliche Zugfahrt durchstehen müssen, wie Jules Schelvis sie beschreibt.

„Es fuhr ein Zug nach Sobibor. Am 1. Juni 1943 fuhr er aus Westerbork ab, vollgestopft mit 3006 Juden in fünfzig Viehwagons. Niemand von uns wusste, was uns nach einer nervenaufreibenden Fahrt, die 72 Stunden dauern würde, erwartete.
Das Ziel sollte ein Arbeitslager sein, wie man es uns in den Niederlanden weisgemacht hatte. Dieser Transport vom 1. Juni 1943 war, wie sich später herausstellen sollte, einer der größten in einer Reihe von neunzehn Transporten von den Niederlanden nach Sobibor, einem deutschen Vernichtungslager auf polnischem Territorium. Der kaum bevölkerte Weiler liegt im östlichen Teil von Polen, der von den Deutschen seinerzeit Generalgouvernement genannt wurde. In der Zeit vom 2. März bis 20. Juli 1943 wurden 34.313 Juden aus unserem Land nach Sobibor deportiert. Von ihnen haben nur achtzehn den Krieg überlebt, in der Geschichte der Lager eine beispiellos niedrige Anzahl. Nach dem Krieg stellte sich heraus, dass ich der einzige Überlebende meines Transports war.“

Diese Veranstaltung wird auch live unter www.kanal-21.tv/live-stream verbreitet und später über den TV-Sender NRWision ausgestrahlt sowie auf www.zellentrakt.de angeboten.

Anwesende sind damit einverstanden, dass sie aufgezeichnet werden.


Im Begleitprogramm zur Ausstellung:

AKTION REINHARDT -
Sie kamen ins Ghetto und gingen ins Unbekannte

Raphaela Kula -
„a place of murder and the sky is blue“

Bis zum 22. November 2020 geöffnet samstags und sonntags von 14 – 16 Uhr und nach Vereinbarung für Gruppen.

Flyer (PDF)

Interview mit der Zeitzeugin Rozette Kats in Amsterdam im Juli 2020
07.09.2020

Interview mit der Zeitzeugin Rozette Kats in Amsterdam im Juli 2020.

Erstellt von Raphaela Kula und Fritz Bornemeyer zum virtuellen Zeitzeuginnen-Gespräch am 4. September 2020 in der Gedenkstätte Zellentrakt im Begleitprogramm zur Ausstellung:


AKTION REINHARDT -
Sie kamen ins Ghetto und gingen ins Unbekannte / Raphaela Kula - „a place of murder and the sky is blue“

Einladung Zeitzeuginnen-Gespräch
19.08.2020

Rozette Kats


Wir laden herzlich ein zum virtuellen

Zeitzeuginnen-Gespräch

Wie Rozette Kats den Holocaust als Kind überlebt

Gesprächsabend mit Rozette Kats
(mit Filmbeitrag und Gespräch über Videokonferenz)

Einführung und Gesprächsleitung:
Raphaela Kula und Fritz Bornemeyer

am Freitag, 4. September 2020 um 19 Uhr
in der Gedenkstätte Zellentrakt

Keine Anmeldung erforderlich, wir bitten um Beachtung der gängigen Corona-Regeln (Desinfektion, Maske mindestens bis zum Sitzplatz, Abstand, Erfassung der Daten).

Eintritt frei, wir freuen uns über Spenden.


Im Begleitprogramm zur Ausstellung:

AKTION REINHARDT - Sie kamen ins Ghetto und gingen ins Unbekannte
Raphaela Kula - „a place of murder and the sky is blue“

Bis zum 22. November 2020 verlängert, Samstag und Sonntag von 14 – 16 Uhr geöffnet.


„Erst 1992 bin ich aus dem Versteck gekommen“

Die Niederländerin Rozette Kats, Jahrgang 1942, erfährt am Vorabend ihres sechsten Geburtstages, dass sie das Kind jüdischer Eltern, die den Holocaust nicht überlebt haben, ist. Ihr Onkel, der einzige weitere Überlebende der Familie, vermag nicht, über die ermordeten Verwandten zu sprechen. Ihren Rettern und Pflegeeltern spielt Rozette das fröhliche Kind vor, doch es plagen sie Ängste und mit zunehmendem Alter auch Fragen über das Leben und Sterben ihrer Eltern.

Erst Mitte der 1980-er Jahre bekommt sie von ihrem Onkel, der schwer erkrankt ist, das Hochzeitsbild ihrer Eltern. Später findet sie heraus, dass ca. drei Monate vor der Deportation der Eltern von Westerbork nach Auschwitz-Birkenau ihr Bruder geboren wurde. Es ist ein langer und schmerzlicher Prozess für Rozette Kats, mit dem Schatten der Vergangenheit leben zu lernen, der ihr vor allem durch ein vielfältiges Engagement in der Erinnerungsarbeit auf beeindruckende Weise gelungen ist.

MyHistoryMap OWL zu Gast im Zellentrakt
22.07.2020

Foto: Raphaela Kula/Fritz Bornemeyer


Am 22. Juli waren sechs Jugendliche mit Betreuer zu Besuch in der Gedenkstätte Zellentrakt mit der aktuellen Ausstellung zur "Aktion Reinhardt" und die Dauerausstellung zu den "Elsbachs" im Herforder Elsbachhaus. Sie erstellten im Rahmen des Projekt "MyHistoryMap OWL" Videos über die Gedenkstätte, die nun über folgenden Link zu sehen sind:

https://www.historymap.de/erinnerungsorte/orte-in-owl/zellentrakt

Auch die WDR 3 Lokalzeit OWL und das Radioprogramm WDR 5 berichteten über das Projekt.

Mit Unterstützung der Bundeszentrale für politische Bildung führt die Bielefelder Bildungseinrichtung Haus Neuland das Projekt "MyHistoryMap OWL" durch. Das Projekt soll Jugendliche aus OWL zur Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit in ihrem lokalen Umfeld anregen, Auswirkungen der NS-Diktatur am eigenen Lebensort nachvollziehbar machen, sowie die Gefahren rechtsextremistischer Denkweisen auch in der Gegenwart aufzeigen.

Dazu besuchen Gruppen von Jugendlichen verschiedene Orte in OWL und ergründen deren NS-Vergangenheit. Sie erstellen im Rahmen des Projektes digitale Inhalte zu eigens entwickelten Fragestellungen (YouTube-Videos, SoundCloud-Audios, E-Books, Comics etc.). Diese Inhalte werden auf einer interaktiven Karte von OWL mit den entsprechenden Orten verknüpft und auf einer Webseite dauerhaft veröffentlicht.


Kontakt:
Haus Neuland
Senner Hellweg 493
33689 Bielefeld
Tel: 0 52 05 91 26 29
Mail: history-projekt@haus-neuland.de
www.haus-neuland.de

Die Gedenkstätte ist aktuell auch mit Video präsent
26.05.2020

Die Gedenkstätte ist aktuell auch mit diesem Video präsent:
https://www.facebook.com/181491471861017/posts/3362389093771223/?vh=e


Zwei weitere Videos beschäftigen sich mit dem Zellentrakt allgemein und der aktuellen Ausstellung.

Video "Der Zellentrakt - Die Gedenkstätte im Herforder Rathaus stellt sich vor":
https://www.youtube.com/watch?v=U6OilEnOFIQ

Video" Sie kamen ins Ghetto und gingen ins Unbekannte - Ausstellung im Zellentrakt Herford":
https://www.youtube.com/watch?v=OPCGHPhk4TY

Die Gedenkstätte Zellentrakt im Herforder Rathaus öffnet wieder ab 17.05.2020!
13.05.2020

Zunächst nur sonntags von 14 bis 16 Uhr öffnet ab Sonntag, 17. Mai 2020 die Gedenkstätte Zellentrakt im Herforder Rathaus. Die Gedenkstätte ist wie üblich durch den Eingang auf der Rückseite des Herforder Rathauses zugänglich. Wir bitten die Besucher*innen um Beachtung der jeweils aktuellen allgemein verbindlichen Hygieneregeln. Eine Händedesinfektion vor und nach dem Besuch ist möglich. Ein Gesichtsschutz ist während des Besuchs zu tragen. Wir bitten um Beachtung eines Mindestabstandes von 1,5 Metern, die Höchstzahl gleichzeitiger Besucher*innen beträgt 10 Personen. Die Daten der Besucher*innen werden zur Ermittlung möglicher Infektionsketten unter Beachtung des Datenschutzes und der späteren Vernichtung der Daten erfasst.

Neben der Dauerausstellung zur Geschichte des Zellentraktes und zum Gedenken an die ermordeten Herforder*innen jüdischer Religion wird weiterhin die aktuelle Ausstellung

“AKTION REINHARDT – Sie kamen ins Ghetto und gingen ins Unbekannte”
mit der Installation der Künstlerin Raphaela Kula „a place of murder and the sky is blue“

gezeigt.

Ausstellung AKTION REINHARDT Ausstellung AKTION REINHARDT Ausstellung AKTION REINHARDT


Die Ausstellung „Sie kamen ins Ghetto und gingen ins Unbekannte“ wurde von der Gedenkstätte Majdanek zum 70. Jahrestag der "Aktion Reinhardt" erstellt.

Sobibor ist neben Belzec und Treblinka einer jener vergessenen Orte der »Aktion Reinhardt«, der Tarnname der Nationalsozialisten für die vollständige Ermordung der Jüdinnen und Juden im Generalgouvernement (heutiges Ostpolen). In den Jahren 1942 bis 1943 wurden mehr als 1,5 Millionen Menschen in der »Aktion Reinhardt« ermordet, darunter 50.000 Sinti und Roma. Allein in Sobibor wurden 170.000 aus ganz Europa deportierte Juden und Jüdinnen direkt nach ihrer Ankunft ermordet. Der Häftlingsaufstand und das Nahen der Roten Armee beendeten das Morden dort.

Der Prozess gegen Iwan Demjanjuk, ein ehemaliger ukrainischer Wachmann, die aktuellen archäologischen Grabungen auf dem Gelände und die Pläne zur Errichtung einer neuen Gedenkstätte sind Anlass, eine Auseinandersetzung mit den weniger bekannten Vernichtungslagern anzuregen

In der Installation "a place of murder and the sky is blue" versucht sich die Bielefelder Künstlerin Raphaela Kula den Möglichkeiten und der Bedeutung von Gedenken mit Blick auf die heutige Zeit anzunähern, Auseinandersetzung zu ermöglichen. Die Installation wurde anlässlich der Ausstellung „Aktion Reinhardt“ im Mahnmal St. Nikolai Hamburg konzipiert und dort erstmals gezeigt, für Herford wurde die Installation erweitert.


Zu dieser Ausstellung gibt es unter www.zellentrakt.de und in der Gedenkstätte Informationen, pädagogische Begleitmaterialien und Bildungsangebote, die wir Ihnen auch gerne vor einem Besuch zur Verfügung stellen.

Am 28. Juni 2020 steht die Raphaela Kula von 16 – 18 Uhr zum Gespräch über die Ausstellung bereit.

Die Ausstellung wird bis 22. November 2020 verlängert. Einige der bisher im Begleitprogramm vorgesehenen Veranstaltungen werden nach den Sommerferien neu angeboten.


Fotos: Ute Pahmeyer

Die Gedenkstätte Zellentrakt ist vorerst geschlossen
16.03.2020

Die Gedenkstätte Zellentrakt ist vorerst geschlossen.
Die für März und April geplanten Veranstaltungen werden abgesagt.

Zu gegebener Zeit informieren wir, wie es mit den für Mai/Juni geplanten Veranstaltungen aussieht.

Begleitprogramm zur Ausstellung "AKTION REINHARDT"
04.03.2020

Begleitprogramm zur Ausstellung:

AKTION REINHARDT -
Sie kamen ins Ghetto und gingen ins Unbekannte


Flyer Begleitprogramm (PDF)

Fotoimpressionen "Das Transitghetto Izbica im System des Holocaust"
10.02.2020

Fotoimpressionen von der Lesung
Das Transitghetto Izbica im System des Holocaust

mit Dr. Steffen Hänschen
(Mitarbeiter des Bildungswerks Stanislaw Hantz e. V., Kassel)

Am Freitag, 7. Februar 2020

Begrüßung: Gisela Küster 

Impressionen Impressionen Impressionen Impressionen Impressionen

Fotos: Ute Pahmeyer

Das Transitghetto Izbica im System des Holocaust
28.01.2020

24. März 1942, Kitzingen in Franken: Schaulustige sehen zu, wie ihre jüdischen Nachbar*innen zur Bahnstation gehen, von wo aus sie in das Transitghetto Izbica deportiert werden. (USHMM_18898)


Wir laden herzlich ein zur Lesung
Das Transitghetto Izbica im System des Holocaust

mit Dr. Steffen Hänschen
(Mitarbeiter des Bildungswerks Stanisław Hantz e. V., Kassel)

Am Freitag, 7. Februar 2020 um 19 Uhr
in der Gedenkstätte Zellentrakt, Rathausplatz 1, 32052 Herford

im Begleitprogramm zur Ausstellung:
AKTION REINHARDT– Sie kamen ins Ghetto und gingen ins Unbekannte


Im Jahr 2020 jährt sich die „Aktion Reinhard“ zum 78. Mal. Diesem nationalsozialistischen Mordprogramm fielen im Laufe von nur anderthalb Jahren fast 2 Millionen Menschen zum Opfer. Fast alle Opfer waren Jüdinnen und Juden aus dem deutsch besetzten Polen, teilweise kamen sie aber auch aus dem Deutschen Reich, dem Protektorat Böhmen und Mähren, der Slowakei, den Niederlanden und weiteren westeuropäischen Ländern.

Die übergroße Mehrheit der Jüdinnen und Juden, die Ende 1941 auf dem Gebiet des Deutschen Reichs lebten, wurde im Laufe des Jahrs 1942 »nach Osten« deportiert und ermordet.

Der Distrikt Lublin im Generalgouvernement war eines der Hauptziele der Deportationen. Bis Juni 1942 wurden die Deportierten jedoch nicht sofort in den Mordlagern der »Aktion Reinhardt« (Belzec, Sobibor und Treblinka) getötet, sondern auf sogenannte Transitghettos verteilt. Die Bedingungen, mit denen die Deportierten in den Transitghettos konfrontiert wurden, waren katastrophal. Viele starben an Unterernährung, den ungenügenden hygienischen Zuständen oder aufgrund von Repressalien. Das größte Transitghetto befand sich in Izbica. In den Ort wurden fast 20000 Juden aus sechs verschiedenen europäischen Ländern verschleppt. Am 26. April 1942 ging ein Sammeltransport auch von Stuttgart nach Izbica. Parallel zu der Ankunft der Deportierten ab März 1942 begannen die Verschleppungen in die Mordlager Sobibor und Belzec. Im Herbst 1942, ein halbes Jahr nach den ersten Deportationen in die Transitghettos waren diese bereits aufgelöst und die Bewohner ermordet.

Am 7. Februar 2020 präsentiert der Autor des Buchs Das Transitghetto Izbica im System des Holocaust seine Ergebnisse der Forschung über diese bisher kaum bekannte Phase des deutschen Mords an den Juden Europas.

Steffen Hänschen: Das Transitghetto Izbica im System des Holocaust. Erschienen Februar 2018 beim Metropol Verlag


Flyer (PDF)

Fotoimpressionen der Eröffnung „Aktion Reinhardt"
28.01.2020

Fotoimpressionen der Eröffnung
„Aktion Reinhardt" und "a place of murder and the sky is blue“

von Raphaela Kula

Gisela Küster (Kuratorium) – Eröffnungsrede (PDF)
Andreas Rödel (stv. Bürgermeister) – Grußwort
Raphaela Kula und Fritz Bornemeyer – Einführung

Impressionen Impressionen Impressionen Impressionen Impressionen Impressionen Impressionen Impressionen Impressionen Impressionen Impressionen Impressionen Impressionen Impressionen

Fotos: Ute Pahmeyer

Abgeschlossene Ausstellungen und Projekte

Informationen und Materialien zu abgeschlossenen Ausstellungen und Projekten finden SIe jeweils unter Archiv, Materialien und Presseberichte.

Aktuelle Veranstaltungen und Aktivitäten des Kuratoriums

Aktuelle Veranstaltungen und Aktivitäten des Kuratoriums finden Sie unter Kuratorium -> Aktuelles.

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