Verschwommenes Bild einer Zelle

Zwischen den Noten des Lebens

Erlebnisse und Trauma eines Sinti-Nachkommens der zweiten und dritten Generation
Musiker mit Gitarre vor schwarzem Hintergrund. Textabbildung: „Zwischen den Noten des Lebens“

Wir laden herzlich ein zum Gedenken an den “Vergessenen Holocaust” anlässlich des Europäischen Holocaust-Gedenktages für Sinti und Roma.

Zwischen den Noten des Lebens
Erlebnisse und Trauma eines Sinti-Nachkommens der zweiten und dritten Generation

Am Montag, 04.08.2025 um 17 Uhr im HudL (Bürgerzentrum Haus Unter den Linden, Unter den Linden 12, 32052 Herford)

mit

Manolito Steinbach und Hanna Bienert – Sinti Violine-Guitar-Duo


Lesung “Zwischen den Noten des Lebens”

In Zeiten zunehmender Diskriminierung von Minderheiten wendet sich Manolito Steinbach mit einem spannenden Kultur-Projekt an Sie. Es möchte auf literarischem
und musikalischem Wege Vorurteilen und Klischees gegenüber einer ethnischen Minderheit entgegenwirken und Ihrem Publikum gleichzeitig einen faszinierenden
musikalischen Hörgenuss bieten. 

Mein Name ist Manolito Steinbach und ich gehöre der Ethnie der Sinti an. Ich bin Musiker und stehe stellvertretend für die zweite und dritte Generation der Opfer des
KZ Auschwitz-Birkenau. Aufgewachsen bin ich bei meiner Oma, die KZ-Häftling war. Früh habe von ihr erfahren müssen, was mit uns Sinti in der Zeit des
Nationalsozialismus passiert ist. Mir ist es sehr wichtig, anderen davon zu erzählen, um ein Bewusstsein für das Geschehene zu schaffen und Diskriminierung zu bekämpfen.

Dies tue ich mit meinem Projekt „Zwischen den Noten des Lebens – Lesungen und Musik“ gemeinsam mit den Violine-Guitar Duo .Diese Veranstaltungsform ist bereits in mehreren Kultureinrichtungen und bei politischen Anlässen erfolgreich gewesen.


Rückblick vom 04.08.2025

Ein berührendes Gedenken konnten wir am Montag im gut gefüllten Saal im Haus unter den Linden erleben.

Manolito Steinbach und Hanna Bienert spielten Sinti-Musik, die ans Herz ging. „Zwischen den Noten des Lebens“ - so der Name der musikalischen Lesung - erinnerte Manolito Steinbach an seine ermordeten und verfolgten Verwandten. Das Schwere der Lesung wurde mit den jeweiligen Musikstücken zum Gedenken an den Großvater, die Tante Unku (s.Lesung aus dem letzten Jahr) und weitere Opfer des Holocaust in seiner Familie leichter.
Manolito berichtete von eigenen Erfahrungen der Diskriminierung in Schule, bei der Wohnungssuche und Arbeitssuche aber auch von Akzeptanz vor allem im Musiker*innenkreisen. Hanna Bienert erzählte von ihrer Liebe zum Jazz und die damit einhergehende Brücke zur Sintimusik, die den Zugang zu Sintis, ihrer Kultur und Musik ermöglicht und vertieft hat.

Das war ein Abend mit notwendiger Aufklärung und überfälligem Gedenken ohne erhobenen Zeigefinger, ein Abend, der die Herzen berührt hat und Spuren bei den Zuhören hinterlassen hat.

Danke an Herrn Bürgermeister Bischof für seine emphatischen Grußworte. Danke an die Leitung und die sehr kooperative Unterstützung der Mitarbeiter*innen des HudL.

Danke an alle, die die da waren und ihren Beitrag zum Abend gegeben haben.

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Impressionen

Veranstaltung "Zwischen den Noten des Lebens"Fotos: Gisela Küster