Verschwommenes Bild einer Zelle

Vertreibung, Exil, Literatur oder Die Erinnerungen der Käthe Vordtriede

Ein literarischer Vortrag

Daniel-Pöppelmannhaus, Herford

Am Mittwoch, 26. Juni, 19 Uhr im Daniel-Pöppelmannhaus, Herford führt der Publizist Michael Girke das Schicksal der jüdischen Herforder Intellektuellen Käthe Vordtriede vor Augen, die mit den Mitteln des Schreibens in „finsteren Zeiten“ (Hannah Arendt) überlebte. Der Abend der Reihe „Herford erLesen“ im Städtischen Museum findet in Kooperation mit der Gedenkstätte Zellentrakt, Herford und der Jüdischen Gemeinde Herford/Detmold statt.

„Viele Juden fühlten, dass der Tod unser Ziel und das Leben ein sehr unsicheres Geschenk ist“ - diesen Satz schrieb die Journalistin Käthe Vordtriede, die mit einem örtlichen Unternehmer verheiratet war und viele Jahre in Herford lebte, 1938 aus ihrem oft leidvollen Exil in der Schweiz. Käthe Vordtriedes bewegende Briefe aus „jenen Tagen" werden von manchen auf eine Stufe mit denen Victor Klemperers gestellt, die ein großes Publikum in ihren Bann zogen. Viel früher als andere erkannte die aus einer säkularen jüdischen Familie stammende, politisch und publizistisch hoch aktive Vordtriede das mörderische Gesicht des Nationalsozialismus, erlebte Haft, Flucht, Exil und hielt ihre Erfahrungen schriftlich fest. Oft in Briefen an ihren Sohn Werner Vordtriede, der aus Deutschland floh und in den USA zum Literaturwissenschaftler und Star der Geisteswissenschaften wurde.

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