Im Begleitprogramm zur Ausstellung
„Anne Frank war nicht allein“ laden wir herzlich ein zur Lesung
„Bernhard Grünberg - Allein in die Freiheit.
Wie ein emsländischer Junge Hitler überlebte“
am Donnerstag, 16. November 2023 um 19 Uhr in der Gedenkstätte Zellentrakt im Herforder Rathaus, Rathausplatz 1, 32052 Herford.
Bernhard Grünberg kam erst 1986, fast 50 Jahre nach seiner Kinderverschickung nach England, zurück nach Lingen und hat dann in Schulen und in Gesprächen mit den Autor*innen Angela Prenger und Friedhelm Wolski-Prenger über sein Leben und die ermordeten Familienmitglieder erzählt. Grünberg behielt sein Leben, aber was bedeutete es für einen Jugendlichen allein in ein fremdes Land, dessen Sprache er nicht sprach, geschickt zu werden?
Die Autor*innen lesen aus ihrem Buch und erzählen über die Begegnung mit Bernhard Grünberg.
In der Ausstellung „Anne Frank ist nicht allein“ befindet sich zum Thema Kinderverschickung eine Installation.
Rückblick:
Zu einer Lesung in der Gesamtschule Friedenstal hatte das Kuratorium Erinnern Forschen Gedenken e. V. eingeladen. Die Geschichtskurse der Jahrgangsstufe 12 hörten gespannt, was Angela Prenger und ihr Mann Friedhelm Wolski-Prenger aus Ihrem Buch „Bernhard Grünberg - Allein in die Freiheit“ lasen und stellten viele Fragen. Die Autoren hatten Grünberg mehrere Male getroffen und lange Gespräche mit ihm geführt.
Der 15 jährige Grünberg war ohne Kenntnis über seine langandauernde Ausreise in den Zug gesetzt worden zusammen mit vielen anderen jüdischen Kindern und Jugendlichen aus Deutschland. Sie entgingen so der Vernichtung durch das NS-Regime, aber sie verloren ihre Familien, die in der NS-Vernichtungsmaschinerie ermordet wurden. Grünberg, aufgewachsen in Lingen, besuchte ein altsprachliches Gymnasium, kam ohne Englischkenntnisse in seinem Exil an, erlernte landwirtschaftliche und handwerkliche Fähigkeiten, mit denen er ein bescheidenes Leben führen konnte. Als er später einen Entschädigungsanspruch in seiner Heimatstadt Lingen stellte, wo seine Eltern ein größeres Anwesen besessen hatten, schrieb man ihm, dass das Finanzamt mit allen Unterlagen abgebrannt sei und daher eine Entschädigung nicht möglich sei. Bei seinem Besuch in Lingen im hohen Alter von 65 Jahren fand er das Finanzamt unbeschadet vor.
Ruben Heinemann, Geschäftsführer der jüdischen Gemeinde berichtete von seiner Tante, die im Alter von 4 Jahren nach England verschickt wurde. Erst im Jugendalter wurde sie von den überlebenden Eltern mit Hilfe des Roten Kreuzes ausfindig gemacht. Sie ging nicht mehr nach Deutschland zurück und erlernte auch die deutsche Sprache nicht.
In der Ausstellung „Anne Frank war nicht allein….“ in der Gedenkstätte Zellentrakt werden Hinweise auf verschickte Kinder und Jugendliche aus Herford gemacht, die biografisch und in einer Installation angesehen werden können.
Am Abend fand eine entsprechende Lesung in der Gedenkstätte Zellentrakt für die Öffentlichkeit statt.










