Broschüre zu "Eva, Simon und die Anderen - Jüdische Geschichte und Kultur im Raum Herford" ist erschienen
Zu der 2021/22 in der Gedenkstätte Zellentrakt gezeigten Ausstellung im Rahmen des Jubiläumsjahres 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland 2021 ist nun eine Broschüre erschienen. Sie dokumentiert die Ausstellung mit den seinerzeitigen Texten, Dokumenten und Bildern und gibt Einblicke in die Gestaltung der Ausstellung.
Gerade in der aktuellen Situation mit den weiter wachsenden judenfeindlichen Tendenzen in Deutschland und der Welt hält das Kuratorium Erinnern Forschen Gedenken e.V. in Herford daran fest, dass Wissen voneinander und Toleranz wichtigste Bestandteile des Zusammenlebens verschiedener Religionen und Kulturen sind. Die jüdische Geschichte und Kultur in Deutschland und auch im Raum Herford hat eine große Kontinuität und wichtige Bedeutung.
2021 stand Deutschland in besonderem Fokus, denn in diesem Jahr lebten Jüdinnen und Juden nachweislich seit 1700 Jahren auf dem Territorium des heutigen Deutschlands. Am 11. Dezember 321 erließ der römische Kaiser Konstantin ein Edikt. Es legte fest, dass jüdische Menschen städtische Ämter in der Kurie, der Stadtverwaltung Kölns, bekleiden dürfen und sollen. Dieses Edikt belegte, dass jüdische Gemeinden bereits seit der Spätantike wichtiger integrativer Bestandteil der europäischen Kultur waren.
Aus Anlass des Jubiläumsjahres zeigte das Kuratorium, das in Folge der ersten Ausstellung zumm Thema 1988 in Herford entstanden ist, eine um viele neue Forschungen und Aspekte ergänzte Ausstellung unter dem Titel „Eva, Simon und die Anderen -Jüdische Geschichte und Kultur im Raum Herford.“
Das Design der Ausstellung nahm sich das „Denkmal für die ermordeten Juden Europas, kurz Holocaust-Mahnmal“ in Berlin zum Vorbild. Graue Stelen versinnbildlichten den Verlust für Deutschland und den Raum Herford durch den Holocaust. In der Ausstellung standen aber nicht die Verfolgungs- und Vernichtungszeiten, sondern gerade die fragile „Normalität“ und der Alltag der Juden in der Stadt Herford, in Bünde, Vlotho, Enger und Spenge im Mittelpunkt. Kulturelle und wirtschaftliche Höhen und Verluste wurden dargestellt und der Beitrag der Juden zur Entwicklung der Gesellschaft und Wirtschaft gezeigt. Der Wiederbeginn nach 1945 und die aktuelle Situation der jüdischen Gemeinschaft im Raum Herford sowie Entwicklungen des Antisemitismus in Deutschland und dem Raum Herford standen am Ende der Ausstellung.
Im Zellenflur verdeutlichten eine Installation und zahlreiche Exponate Beispiele der jüdischen Kultur: Ein gedeckter Tisch zum Shabbat-Mahl, eine Platte mit Mazzen für Pessach, das Modell der Herforder Synagoge und am Ende des Flurs das Heiligste in der Synagoge, die Thora.
Die 124 Seiten umfassende Broschüre ist als Band 3 der Schriftenreihe der Gedenktätte Zellentrakt im Selbstverlag des Kuratoriums Erinnern Forschen Gedenken e.V. erschienen, zusammengestellt und herausgegeben von Elke Brunegraf und Christoph Laue und gefördert durch die Landeszentrale für politische Bildung NRW und den Landschaftsverband Westfalen-Lippe.
Sie ist für 15 € in der Gedenkstätte Zellentrakt erhältlich und zuzüglich Versandkosten auch dort bestellbar.
Die Gedenkstätte Zellentrakt, Rathausplatz 1, 32052 Herford, ist ab 6. Januar 2024 wieder samstags und sonntags 14 bis 16 Uhr und nach Vereinbarung für Schulklassen und Gruppen aller Art geöffnet. Führungen und pädagogische Angebote finden auf Wunsch dann wieder statt..

